Macht Fett wirklich fett? Die Wahrheit

Fett hat lange Zeit einen schlechten Ruf gehabt. „Fett macht fett“ – so lautete eine weit verbreitete Annahme, die dazu führte, dass viele Menschen fettarme oder sogar fettfreie Produkte bevorzugten. Doch ist das wirklich wahr? Ist Fett tatsächlich der Übeltäter, der uns zunehmen lässt? Oder steckt mehr dahinter? In diesem Artikel räumen wir mit den Mythen auf und erklären, welche Rolle Fett in einer gesunden Ernährung spielt.

Fett – Warum unser Körper es braucht

Fette gehören neben Kohlenhydraten und Proteinen zu den drei Makronährstoffen, die unser Körper benötigt. Sie haben mit 9 kcal pro Gramm die höchste Energiedichte, liefern also mehr als doppelt so viele Kalorien wie Proteine oder Kohlenhydrate (jeweils 4 kcal pro Gramm).

Doch das bedeutet nicht automatisch, dass Fett ungesund ist. Im Gegenteil – Unser Körper braucht Fette für zahlreiche lebenswichtige Funktionen:

  • Energiequelle: Fett ist eine effiziente Energiereserve, die der Körper bei Bedarf nutzen kann.
  • Hormonproduktion: Hormone wie Testosteron und Östrogen werden aus Fetten gebildet.
  • Zellfunktionen: Zellmembranen bestehen größtenteils aus Fetten, insbesondere aus gesunden Fettsäuren.
  • Aufnahme von Vitaminen: Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können nur mithilfe von Fett verwertet werden.
  • Schutz & Isolation: Fett dient als Schutz für Organe und hilft, die Körpertemperatur zu regulieren.

Ohne Fett kann unser Körper also nicht optimal funktionieren. Aber warum hat es dann so einen schlechten Ruf?


Macht Fett wirklich Fett? Der Mythos entlarvt

Viele denken – Fett hat viele Kalorien, also führt der Verzehr automatisch zu Gewichtszunahme. Doch das ist ein Irrglaube. Entscheidend ist nicht das Fett an sich, sondern die gesamte Kalorienbilanz.

Gewichtszunahme entsteht, wenn du mehr Kalorien zu dir nimmst, als du verbrauchst. Egal, ob diese Kalorien aus Fett, Kohlenhydraten oder Proteinen stammen.

Tatsächlich kann eine fettarme Ernährung sogar problematisch sein, weil sie oft durch einen höheren Konsum von Kohlenhydraten und Zucker ausgeglichen wird – was wiederum zu Heißhunger und Gewichtszunahme führen kann.

Fett hingegen hat eine sättigende Wirkung und sorgt für eine stabile Energieversorgung. Studien zeigen, dass eine Ernährung mit gesunden Fetten sogar beim Abnehmen helfen kann, weil sie den Blutzuckerspiegel stabil hält und Heißhungerattacken reduziert.


Die unterschiedlichen Fettarten

Nicht alle Fette sind gleich. Während einige gesundheitsfördernd sind, können andere tatsächlich negative Auswirkungen auf dein Gewicht und deine Gesundheit haben.

Gesunde Fette (gute Fette)

Diese Fette haben positive Effekte auf den Körper und sind essenziell für die Gesundheit:

Ungesättigte Fettsäuren:
Quellen: Avocados, Olivenöl, Nüsse, Samen, Fisch (Lachs, Makrele)
Vorteile: Senken das Risiko für Herzkrankheiten, regulieren den Blutzuckerspiegel und unterstützen den Stoffwechsel.

Omega-3-Fettsäuren:
Quellen: Fettiger Fisch, Leinsamen, Walnüsse, Chiasamen
Vorteile: Entzündungshemmend, gut für das Gehirn und das Herz-Kreislauf-System.

Ungesunde Fette (schlechte Fette)

Diese Fette sollten vermieden oder nur in Maßen konsumiert werden:

Transfette:
Quellen: Industriell verarbeitete Lebensmittel, Fast Food, Margarine
Nachteile: Erhöhen das Risiko für Herzkrankheiten, fördern Entzündungen und können Gewichtszunahme begünstigen.

Gesättigte Fettsäuren (in Maßen okay, aber nicht übertreiben):

Quellen: Butter, fettreiches Fleisch, Käse
Nachteile: In großen Mengen kann es den Cholesterinspiegel ungünstig beeinflussen, aber neuere Studien relativieren die Gefahr.


Fazit

Fett ist nicht der Feind! Es kommt darauf an, welche Fette du konsumierst und wie deine gesamte Kalorienbilanz aussieht. Gesunde Fette sind essenziell für deinen Körper und können sogar helfen, Gewicht zu verlieren, weil sie sättigen und den Stoffwechsel unterstützen.

Statt Fett generell zu verteufeln, solltest du bewusst auf die Qualität deiner Fette achten und gleichzeitig auf eine ausgewogene Ernährung setzen. Wenn du also das nächste Mal zu einer Handvoll Nüsse oder einem Stück Lachs greifst, kannst du das guten Gewissens tun – denn Fett macht nur dann „fett“, wenn du insgesamt zu viele Kalorien isst!

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